
Vom Nutzen der maschinellen Übersetzung
Für Übersetzer im wissenschaftlich-technischen Bereich ist die maschinelle Übersetzung (MÜ) längst unverzichtbar geworden. Sie steigert die Produktivität, indem sie in kürzester Zeit eine Rohübersetzung bereitstellt, die nur noch überarbeitet werden muss. Doch wie zuverlässig ist die MÜ bei Texten, die sprachliche Genauigkeit und Rechtssicherheit erfordern? Und wie hoch ist der Aufwand für die Nachbearbeitung?
Idealerweise sollte der Ausgangstext in einer maschinengerechten, möglichst klaren und einfachen Sprache verfasst sein. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Internationale Anmeldungen, beispielsweise aus Ländern wie Japan oder China, sind aus Kostengründen bereits maschinell ins Englische übersetzt und oft nur einer oberflächlichen Nachbearbeitung (Post-Editing) unterzogen worden. Wenn eine fehlerbehaftete MÜ anschließend maschinell aus dem Englischen in andere Sprachen übersetzt wird, ist das Ergebnis noch weiter vom Original entfernt, und das Post-Editing der zweiten MÜ wird dadurch erschwert, dass die englische Fassung mit all ihren Fehlern maßgeblich bleibt. Fazit: Ohne gründliches Post-Editing hält sich der Nutzen der MÜ in Grenzen.